Achterbahn der Gefühle.

Jetzt bin ich ein drittes Mal an diesem Punkt angelangt. Und jedes Mal tut es mehr weh.  Jedes Mal kam mir die Situation hoffnungsloser vor. Deshalb nein, ich werde das kein viertes Mal machen. Niemals. Wenn das wieder schief geht, dann müssen wir eine andere Lösung finden. Denn das nächste Mal weiß ich nicht, ob ich überhaupt aufhören kann zu weinen. Es fühlt sich schon jetzt wie eine Ewigkeit an. Doch ich bereue nichts. Es war es wert. Jeder einzelne Moment war es wert.

Nur fühl ich mich jetzt so allein gelassen. Es fühlt sich gerade an, als würde hier nie wieder die Sonne scheinen. Ich will das doch eigentlich gar nicht. Und doch tu ich es, für dich. Weil ich dumm genug bin, das alles mit mir machen zu lassen. Und vielleicht ein bisschen für mich. Weil ich die Hoffnung habe, dass vielleicht bald doch wieder die Sonne scheint. Auch wenn mir diese ganze Situation momentan so unglaublich ausweglos vorkommt. Ausweglos, weil mein Herz so tief drin steckt. So wahnsinnig tief. Ob ich dich jemals umarmen kann und dich mit anderen Augen sehen? Ich weiß es nicht. Ob ich dich jemals umarmen kann und als normalen Freund sehen? Nein. Nein, das könnte ich niemals. Ich habs schon mal gesagt und ich sags nochmal… du wirst niemals ein normaler Freund für mich sein. Du wirst immer mehr für mich sein. Und zumindest für mich wird zwischen uns immer mehr sein, als es sein sollte. In nächster Zeit werde ich dich jede einzelne Sekunde, die ich mit dir alleine bin, küssen wollen. Deshalb bitte, hass mich nicht, falls ich mich nicht beherrschen kann. Und nein, ich werde dich nicht hassen, wenn du dich beherrschen kannst. Nur gib mir bitte nicht das Gefühl, dass ich dir total gleichgültig bin. Das würde mehr weh tun als alles andere und das würde mich zerbrechen, auch wenn ich es ungern zugebe. Es ist immer schwer für mich, mir einzugestehen, dass ich verletzlich bin. Es ist ein scheiß Gefühl für mich, dass du dir so oft ansehen musst, wie verletzlich ich bin. Ich will doch eigentlich nur stark sein und mein Leben leben. Ich will doch eigentlich nur in der Lage sein, es so zu leben, wie es kommt. Aber vielleicht ist es ja gerade das… Vielleicht kann man es gar nicht richtig leben, ohne hin und wieder mal in einer beschissenen Situation zu sein. Vielleicht kann man es so erst richtig zu schätzen lernen. Was bringt es mir, jetzt in Selbstmitleid zu ertrinken.

Ich will dich nicht verlieren. Ich will dich in meinem Leben haben. Du bist ein unglaublicher Mensch. Und auch wenn du es anders siehst, ich finde, dass du eine Person gibst, die mehr gibt, als sie zurück bekommt. Ich glaube, du bist gerade an diesem Punkt, an dem ich vor drei Jahren war. Ich bin doch glücklich. Es fehlt zwar etwas, aber es geht mir gut. Es fühlt sich gut an. Ich fühle mich wohl. Ich kann nach zwei Jahren Beziehung nicht arg viel mehr erwarten und das ist doch eigentlich, wie es sein sollte, wenn man mit jemandem den Rest seines Lebens verbringen möchte.  Vielleicht wird es ja auch irgendwann wieder besser. Nein, ganz bestimmt wird es besser. Ich muss nur alles menschenmögliche in Bewegung setzen und alles tun, damit es besser wird.

Lass es mich dir sagen, wenn du damit leben kannst, dann mach das. Ich dachte, ich kann das. Es hat drei Jahre und dich gebraucht um zu merken, dass ich es nicht kann. Ich hatte vor drei Jahren niemanden wie dich. Ich weiß nur, dass ich wenn ich damals dich gehabt hätte und weiter an meine Beziehung geglaubt hätte, weil es das einzig Richtige ist, dann würde ich das heute bereuen. Das ist einfach, wie ich bin. Ich wüsste heute, dass ich etwas Gutes für etwas aufgegeben habe, das mir eins der Wichtigsten Dinge auf der Welt war, das aber nie eine Chance hatte zu bestehen.
Mein bester Freund. Mein Seelenverwandter. Bisher hat er nur nicht mehr mit mir gesprochen, aber irgendwie dachte ich doch noch, dass wir das schon irgendwie hinkriegen. Ich meine, er war fünf Jahre lang der Mensch, der mir am nächsten stand. Mit dem ich alles geteilt habe. Dem ich alles alles erzählt habe. Bei dem ich immer ganz genau wusste, was er denkt und wie es ihm geht und wenn etwas nicht in Ordnung war. Dieser Mensch, bei dem ich dachte, dass für immer eine Bedeutung hat. Ich habe ihn geliebt, mehr als alles andere. Und auf eine gewisse Art liebe ich ihn noch immer. Heute hab ich ihn endgültig verloren. Ich erkenne ihn nicht mehr wieder und ich will jetzt wirklich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Das tut so verdammt weh, auch wenn ich es einfach nur ins Lächerliche gezogen habe. Es tut unglaublich weh und dann kommt auch noch das dazu und macht es noch schlimmer. Wen wundert es denn da, dass es mir gerade so richtig Scheiße geht.

Und ich sag mir weiterhin „Kopf hoch, Nata. Du hast schon Schlimmeres mitgemacht.“ Ja und Nein. Mir wurde das Herz gebrochen von der Person, die man als erste große Liebe bezeichnet. Ich hab herausgefunden, dass alles, was diese Person mir erzählt hat, gelogen war. Ja, das hat verdammt weh getan. Ich war 16 und wahnsinnig naiv. Es war im Nachhinein eigentlich das Beste, was hätte passieren können. Aber das ist der Grund, warum ich jedes Mal einen Schreikrampf kriege wenn ich so naive Menschen sehe, die schon so viel mehr erlebt haben als ich mit 16. Und Nein, ich hab noch nie jemandem nach über fünf Jahren Beziehung das Herz brechen müssen, der gleichzeitig mein bester Freund war, was alles nur noch schwerer macht. Nein, ich war noch nie in jemanden verliebt, den ich wöchentlich an der Seite von einer anderen sehen muss und der zwar zugibt, dass er auch Gefühle für mich hat, aber ihm seine Beziehung wichtiger ist. Nein, ich hab mich noch nie so sehr für mich selbst geschämt und mich gleichzeitig so extrem dumm gefühlt und mich gefragt, wie zum Henker ich in dieser beschissenen Situation gelandet bin und warum zum Henker ich einfach nicht mehr aus ihr heraus komme. Oh ja Nata, es war ein ausgezeichneter Plan so wie immer auf dein dummes Herz zu hören. Es wird schon irgendwie wieder gut. Ich könnte mich gerade selber schlagen. Und trotzdem… das bin ich nun mal. Ich höre auf mein Herz, ich jage meinen Träumen nach und wenn sie noch so bescheuert sind. Das werde ich immer sein. Das ist das einzige, das sich niemals ändern wird. Ich habe immer diese Sehnsucht in mir, das ist einfach Teil von mir. Ich würde alles andere bereuen und das ist der Grund, dass ich nichts bereuen kann außer dass ich meinen besten Freund verloren habe, wobei ich nicht einmal mehr behaupten kann, dass es allein meine Schuld war. Aber das frisst mich auf. Es ist so verdammt schwer, überhaupt nicht mehr mit der Person, die einem alles bedeutet und mit der man über fünf Jahre über alles reden konnte, zu reden. Es tut so verdammt weh. Es ist so viel einfacher, sich darüber lustig zu machen, als sich das einzugestehen. Es ist so viel einfacher, allen vorzumachen, dass es mir total scheißegal ist, was er mit seinem Leben macht als allen zu gestehen, dass es mich verdammt runterzieht das hier mitzubekommen. Nein, er ist mir nicht egal. Ja, er verhält sich wie ein Arschloch aber nein, ich kann einfach nicht aufhören, mich um ihn zu kümmern. Ich hab Angst um ihn. Ich hab einfach nur unglaublich Angst um ihn. Und hier bin ich, tausende von Kilometern entfernt und mir sind die Hände gebunden.

Und du, du musst selbst herausfinden, was das Richtige für dich ist. Ich will versuchen, das zu tun, was du denkst, dass es das Richtige für dich ist. Aus dem einen Grund, dass du mir unglaublich wichtig bist. Ich will es versuchen. Aber erwarte nicht, dass ich bereit bin, etwas zu tun,  das ich irgendwann bereuen könnte. Und das ist, nicht mehr zu kämpfen, einfach aufzugeben solange ich Gefühle für dich habe. Ich träume. Und ich kämpfe für diese Träume. Erwarte nicht, dass ich mich selbst aufgebe nur um dir dein Gewissen und dein Leben zu erleichtern.

Jetzt muss ich erst einmal diese Person wieder finden, die ich eigentlich bin. Ich komm mir grad so wahnsinnig verloren vor. Lebensfreude. Stolz. Kraft. Das ist das, wofür ich zuerst kämpfen muss bevor ich für irgendetwas anderes auch nur einen Hauch von Energie verschwenden kann. Das ist das, das mich eigentlich ausmacht. Diese genaue Gewissheit, was richtig ist und was falsch. Das zwischen uns, das kommt mir kein bisschen falsch vor. Und ich vertraue meinem Gefühl.
Irgendwann, ob es Tage oder Wochen dauert, werde ich wieder die Nata sein, die ich kenne. Und dann werde ich der Welt meinen Mittelfinger zeigen, ihr ins Gesicht lachen und das tun, was ich für richtig halte. Ohne mich wieder und wieder unterkriegen zu lassen. Solange ich diese Person nicht wiedergefunden habe, wird das wieder und wieder passieren.

Also hey, ich bin 22 und hab noch etwas Zeit. Jeder Idiot verliert sich einmal selbst auf der Straße des Lebens. Diese Person, die ich momentan bin, bin nicht ich. Und ich persönlich mag diese Person nicht einmal, deshalb frag ich mich, warum er sich überhaupt noch mit mir abgibt. Ich bin gerade viel zu emotional, viel zu oft am Boden zerstört und viel zu sehr damit beschäftigt, über jede Menge Scheiße nachzudenken. Ich will wieder diese Person sein, von der ich weiß, dass man sie mögen kann wenn man sich die Mühe gibt, sie näher kennen zu lernen. Denn eins steht fest, das ist nicht leicht und war es nie. Es sind nicht viele Menschen, die mir wichtig genug sind und somit behaupten können, dass sie wissen, wer ich bin und wie ich bin. Ich will, dass du einer dieser Menschen bist. Aber du sollst mich so kennen lernen, wie ich eigentlich bin. Gemein. Verrückt. Schadenfroh. Ich bin so, dass andere schnell den Versuch aufgeben, zu mir vorzudringen. Aber diejenigen, die sich die Mühe geben, lernen mich so kennen, wie ich wirklich bin. Jemanden, auf den ich bis vor Kurzem stolz sein konnte.

~ von Erdbeere - November 3, 2012.

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