Was ist los…

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Heute Morgen bin ich aufgewacht,

mir war schlecht, so wie jeden Tag.

Ich zitterte innerlich, alles so wie immer in letzter Zeit.

Es ist wie jeden Tag…

es kommt mir vor, als stünde ich direkt am Abgrund

und jeder Schritt, den ich gehen könnte,

wäre falsch.

Ich bleibe also stehen.

Schwanke.

Halt geben mir nur wenige Personen von vielen,

hier zu Hause, ein paarmal in der Woche,

die Person, die mir alles bedeutet,

die Person, die mir nur durch Blicke vermitteln kann,

dass früher oder später alles gut werden wird,

die Person, die mich dann hält,

wenn ich es am nötigsten habe.

Freunde, die da sind.

Hör auf rumzumeckern und halt mich einfach fest.. Mama.

Halt mich einfach so, wie du es früher getan hast

und lass mich nicht hängen, lass mich nicht fallen.. bitte.

Es ist schwer, dir das zu sagen, ich habs noch nicht getan,

es tut weh, vor dir zu stehen und dich um etwas wie das bitten zu müssen.

Lass doch einfach alles wieder so wie früher sein.

Das kleine Kind von damals existiert nicht mehr, ich weiß.

Ich bin älter geworden, anders geworden.

Aber glaub mir, manchmal wünsche ich mir nichts mehr,

als einfach wieder 4 Jahre alt zu sein und keine Sorgen mehr zu haben.

Jetzt sitz ich also hier,

vor 10 Minuten hab ich den Pullover gefunden,

der gestern hier vergessen wurde.

Er riecht noch nach dir, Schatz

und ich will einfach nur bei dir sein,

obwohl ich weiß, dass es unmöglich ist.

Ich werde nachher zum Arzt gehen,

meine Mutter sagte, sie kommt früher nach Hause.

Sie fragte, ob meine tägliche Übelkeit an meiner neu entwickelten Art zu essen liegt,

oder ob da andere Dinge dahinter stecken.

Nein.

Nein, bitte.

Gestern Abend wurde mir Mut gemacht,

ein Leben zu leben, so wie es kommt.. mein Leben.

Mir wurde gesagt, dass ich nichts ändern kann.

Du hast mir gesagt, dass alles so kommt, wie es sein soll.

Du hast Recht, ich weiß, dass du Recht hast.

In letzter Zeit passiert so viel,

dass ich nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht,

falls ich ihn überhaupt noch habe..

Aber ich glaub ich hab erkannt,

dass alles was zählt nicht die Dinge sind,

die uns täglich eingetrichtert werden,

für diese Scheiße sitzen wir täglich mehrere Stunden in einem Gebäude gefangen,

das ich weder mag noch dass es hübsch aussieht.

Was ist das was zählt?

Wie lange hab ich nur über diese eine Frage nachgedacht?

Bis man die Antwort findet, kann es wohl Jahre dauern,

aber der Ansatz ist getan.

Was zählt sind die Dinge, die jeder zu übersehen scheint

oder für selbstverständlich hält.

Familie, Freunde, Liebe.

Hilfsbereitschaft und ja, auch Glaube.

Es mag schön sein, wenn man Geld hat..

(doch was bringt Geld, wenn man alles andere verloren hat?)

Ich will kein Geld, ich will keine teuren Klamotten, ich will kein Luxusauto.

Ich will eine Familie, eine Familie mit dieser Person,

die ständig ihre Klamotten hier liegen lässt.

Ich möchte gern die Freundschaften halten können,

ohne dass eine davon kaputt geht.

Ich möchte, dass die Liebe, auf der diese Familie gegründet wird,

für immer hält.

Ich will eine Person sein, an die sich andere wenden,

wenn sie Probleme haben,

eine Person, die helfen kann,

eine Person, die hilft.

Und ich weiß, dass gestern, dem 14. Oktober,

mein Opa hier war und mir sein Einverständnis gegeben hat,

für Dinge, die ich tue oder getan habe.

Gestern war dein Geburtstag, ich hätte ihn fast vergessen.

Aber du bist hier, ständig anwesend und ich weiß,

du schaust auf mich herab.

Ich weiß, du liebst mich, wie du es immer getan hast.

Man sagte mir gestern, dass Gott mich so liebt, wie ich bin,

dass er mich so liebt, wie er mich gemacht hat.

Allgegenwärtig.

Ich lege dir jetzt mein Herz in die Hände.

Es soll jetzt da sein, wo es hingehört.

Du weißt, wem mein Herz gehört.

Du allein weißt, wer ich wirklich bin.

Ich liebe dich, auch wenn ich vieles falsch mache.

Ich weiß, du bist da für mich

und alles wird gut werden, irgendwie.

Du bist Gott, du bist in mir, du bist mit mir.

Du hast mir meinen Opa genommen.

Ich hab dich beschimpft, ich hab dich dafür gehasst.

Mein Opa hat gelitten,

du hast ihn erlöst, du hast ihm ein besseres Leben geschenkt.

Danke.

Ich weiß jetzt, dass egal was passiert,

mein Opa immer ein Teil von mir sein wird.

Und auch wenn er jetzt weit weg ist, weit weg bei dir,

ich weiß er kann mich sehen und ich weiß er sieht an meinen Tränen,

wie sehr ich ihn vermisse und wie sehr ich ihn immer noch liebe.

Du warst das Beste, was Oma je hätte passieren können und du bist es immernoch.

Irgendwann werd ich vielleicht wieder bei dir sein,

dann werde ich dir das sagen können, was ich hätte tun sollen,

bevor du von uns gegangen bist.

Aber nicht jetzt, nicht morgen und auch nicht übermorgen.

Ich werde das hier meistern, so wie ich schon so viel gemeistert habe.

Ich werde mein Leben leben, denn dafür hab ich es bekommen.

Ich werde es mit ihm, einer Familie und meinen Freunden leben,

so wie es bestimmt ist zu sein.

Irgendwann werde ich in einem weißen Kleid in der Kirche stehen

und ich werde heiraten.

So, wie du es immer wolltest.

Du wolltest dabei sein, du wolltest so lange bei uns bleiben,

bis alle deine Enkel diesen Schritt getan haben.

Du wirst dabei sein, in mir und um mich.

Ich weiß, du bist jeden Tag da und kannst mich sehen.

Du passt auf mich auf so wie derjenige, der neben dir sitzt.

Ich danke dir für alles, was du für mich tust und getan hast.

Ich danke meinen Freunden, für all die Zeiten, in denen sie da waren

und ohne ein Wort wussten, was los ist und mich in den Arm genommen haben.

Schatz, ich danke dir, dass du mich jedes Mal aufs Neue auffängst,

wenn ich nicht mehr weiter weiß und Angst habe, zu fallen.

Ich danke dir für deine Liebe, die mir jeden Tag das Leben als Wunder zeigt,

die mich jeden Tag am Leben hält.

Mama, ich danke dir, dass du da bist,

auch wenn in letzter Zeit so gut wie alles schief läuft.

Immerhin bist du da, wenn auch nur so, wie es im Moment eben ist.

Ich liebe dich, auch wenn ich es dir schon lange nicht mehr gesagt hab.

Danke Gott, für dieses Leben.

Danke, für jeden neuen Tag

und danke, dass ich mich an dich wenden kann,

wenn sonst niemand da ist,

oder wenn alle da sind.

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~ von Erdbeere - Oktober 15, 2007.

Eine Antwort to “Was ist los…”

  1. sehr schön…

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